Ehe für alle

Zusammen mit der Frühsexualisierung geht der Angriff auf die Familie in seine Endphase. Nur die AfD – keine einzige Systempartei – stemmt sich gegen diesen unheilvollen Niedergang. Im Programm der AfD lesen wir:

Die Alternative für Deutschland bekennt sich zur traditionellen Familie als Leitbild. Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes. In der Familie sorgen Mutter und Vater in dauerhafter gemeinsamer Verantwortung für ihre Kinder. Die originären Bedürfnisse der Kinder, die Zeit und Zuwendung ihrer Eltern brauchen, stehen dabei im Mittelpunkt.

Wie tief geht jedoch die Kritik und wie grundsätzlich wird sie ausfallen, wenn die antiquierte mechanisch-materialistische Lebensauffassung überwunden ist (eventuell angesichts der quanten-physikalischen Naturerkenntnis), wenn also das menschliche Dasein wieder ein Geheimnis sein darf? Welche Verwüstung der sittlichen Ordnung wird „der weltweite Krieg gegen die Ehe“ (Papst Franziskus) herbeiführen, wenn der Mensch, wie spirituelle Denker nie müde wurden zu behaupten, ein beseeltes Wesen ist? Darüber hat sich der französische Philosoph, Gabriel Marcel, bereits 1942 in seinem Aufsatz „ Das Geheimnis der Familie“ Gedanken gemacht. Das Problem sei nicht zweitrangig, betonte Marcel gleich eingangs: Beim Geheimnis der Familie gehe es

um den unendlich geheimnisvollen Akt, durch den eine Wesenheit Leib wird …

(es geht um die „Schöpfung“ einer PERSÖNLICHKEIT im seelischen Milieu der Familie). Dieses („transzendente“)  geheimnisvolle Wesen der Familie lässt der Zeitgeist nicht gelten. Er erschöpft das Thema, indem er Oberflächlichkeiten aufzählt:

Wenn man sich die Mühe machen wollte, die moralischen und soziologischen Handbücher zu untersuchen, die sich zwanzig Jahre und länger der Gunst der Hohepriester der offiziellen Erziehung erfreuten, dann würde man sehen, bis zu welchem Grade die Tendenz gefördert wurde, alle Probleme auf eine fast ausschließlich historische Ebene zu stellen und den zufälligen Charakter der Familieneinrichtungen zu unterstreichen, die man immer dehnbarer haben wollte – eine Tendenz, die in keiner Weise durch die im Grunde auf Wortspielerei und überflüssige Wiederholungen hinauslaufende Berufung auf einige allgemeine Prinzipien zu retten ist.

Diese soziologischen Moralisten seien letzten Endes dazu gelangt,

den zersetzendsten Individualismus zu predigen, während sie die Einführung eines Sozialismus zu verkünden und auszuposaunen glaubten, der auf allen Gebieten die persönliche Initiative der Kontrolle des Staates unterordnen sollte.

Leider werde, meint Gabriel Marcel, diese Fäulnis an der Wurzel durch ein Aufbäumen nicht beseitigt:

In Wirklichkeit aber handelt es sich gar nicht darum, den unmoralischen oder antisozialen Charakter einer Handlung oder eines Verhaltens bloßzustellen: wir müssen vielmehr in solchen Handlungen, in solchen Verhaltensweisen die Symptome einer Erkaltung des Wesens gegenüber dem Sein erkennen … ein Zusammenschrumpfen, durch das ein geistiger Organismus verarmt, vertrocknet und sich aus der allgemeinen Gemeinschaft löst, in der er das nährende Prinzip seines Lebens und seines Wachsens gefunden hatte. Worauf wir hier aber vor allem unsere Aufmerksamkeit richten müssen, ist die Tatsache, daß in einer furchtbaren Perversion des Geistes die Sklerose als eine Emanzipation und die Atrophie als eine Entfaltung gedeutet wird. Hier liegt die nicht zu vergebende Sünde, deren sich eine gewisse Ideologie schuldig gemacht hat; man glaubte die Person zu befreien, während man sie in Wirklichkeit erstickte.

(pk)

Bildquelle: https://pixabay.com/de/familie-vater-mutter-großvater-3036595/

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